Scholarbook-Schwimmerin Nadine Laemmler über ihr Leben an der University of Missouri

29.05.2018
Viele Athleten denken über ein Studium im Ausland nach. Erfahre hier was die ehemalige Top-Schwimmerin Nadine Laemmler über ihre 4 Jahre an der University of Missouri denkt und welche Erinnerungen sie für immer behält.

Als ich am 31. Dezember gemeinsam mit meinem Freund, Fabian Schwingenschlögl, am Frankfurter Flughafen mit nur einem Koffer und etwas Handgepäck stand, hätte ich mir nie erträumen lassen, dass das der Beginn der besten vier Jahre meines Lebens war.

Mit der Hilfe von Scholarbook hatten wir beide ein Vollstipendium an einer amerikanischen Uni bekommen und sind vom kalten Deutschland direkt nach Florida geflogen, um unser neues Team im Trainingslager zu treffen. Und das war nur der Anfang.

In den letzten vier Jahren habe ich mehr erlebt, gesehen und gelernt als Viele in ihrem ganzen Leben. An einem amerikanischen College zu schwimmen ist mit Deutschland nicht zu vergleichen! Bei Mizzou – University of Missouri – hatte ich perfekte Bedingungen (Mensa nur für Athleten, kostenlose Riegel und Proteinshakes rund um die Uhr, fünf Coaches, akademische Betreuer, Ernährungsberater, Psychologen, einen riesigen Kraftraum, eine 50m Halle uvm.) und habe mich innerhalb kürzester Zeit so sehr verbessert, dass ich in den Bundeskader berufen wurde und mich für Universiaden und eine Europameisterschaft qualifizieren konnte – was vorher für mich außer Reichweite war. Aber das war nicht mal das Beste.

Das Beste für mich war, dass sich Schwimmen auf einmal in einen Teamsport verwandelt hatte. Meine 50 Teammates sind immer an meiner Seite gewesen und wir haben tagtäglich auf ein gemeinsames Ziel hingearbeitet und das konnte man im Training merken: es war immer laut und ein bisschen verrückt. Ich wusste, dass ich nie alleine war und meine Teammates immer hinter mir standen. Selbst an meinen schlechten Tagen haben sie mich mitgezogen, mental und physisch. Sie haben mir geholfen härter zu trainieren als jemals zuvor – und das auch noch mit Spaß und Freude!

Wenn es dann zu den Wettkämpfen ging, war eine unbeschreibliche Stimmung in der Halle, die ich so von Deutschland gar nicht gekannt hatte. Perücken, Face Paint, Tröten – das durfte alles nicht fehlen, da man sein Team schließlich gebührend anfeuern muss! Sogar die Eltern auf der Tribüne sind farblich abgestimmt und machen teilweise noch mehr Stimmung als die Schwimmer am Beckenrand. Sobald ich auf der Startbrücke war, konnte ich meine Teammates und Coaches hören und wusste, ich werde 150% fuer mich und mein Team geben. Wenn es gut gelaufen ist, konnte ich sie nach dem Anschlag M-I-Z und dann Z-O-U brüllen hören und hatte sofort ein Grinsen in ihre Richtung auf dem Gesicht.

Schwimmer wie Caeleb Dressel, Missy Franklin und Katie Ledecky sind auf den Wettkämpfen dabei, doch auch für sie geht es dann um ihr Team, nicht um sich selbst. Schwimmen in den USA war auf jeden Fall die beste Zeit meiner sportlichen Karriere und die fließenden Englisch Kenntnisse sind auch nicht schlecht, doch was am meisten heraussticht, sind die Erinnerungen mit meinen Teammates. Es gibt so viele Eindrücke, die ich in meinem Leben nie vergessen werde: von Thanksgiving in New York und in Chicago, Skifahren in Colorado während Spring Break, dem Urlaub zum Schluss des Semesters in Florida und noch viel mehr – und das alles mit meinen besten Freunden, meinen Teammates.

Vor ein paar Tagen bin ich mit meinem Abschluss in der Tasche zurück nach Deutschland gezogen und musste mich unter Tränen von meinem Team verabschieden. Doch ich plane jetzt schon meinen Trip für Oktober um zum „Homecoming" wieder in Mizzou zu sein – denn ich habe jetzt eine 2. Familie auf der anderen Seite der Welt!

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