Altersklassenrekorde durch Leo Leverkus und Silas Beth zum DJM-Abschluss

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Deutschlands Schwimm-Nachwuchs hat es am letzten Tag der Deutschen Jahrgangsmeisterschaften Schwimmen (DJM) 2021 in Berlin noch einmal krachen lassen. Gleich zwei deutsche Altersklassenrekorde gab es zu verzeichnen, beide über 800m Freistil. Silas Beth (SG Bad Schwartau) schlug im Jahrgang 2003 nach 7:55,77 Minuten an und verbesserte damit die alte Bestmarke von Sven Schwarz (Waspo 98 Hannover) um sechs Zehntel. Beth hält nun in gleich drei Jahrgängen den Rekord.

Zuvor hatte bei den 13-Jährigen auch schon Leo Leverkus (SGR Karlsruhe) in 8:46,50 eine neue Bestmarke aufgestellt – noch einmal sieben Zehntel schneller als seine alte. Sein Vorsprung auf die Konkurrenz betrug dabei satte neun Sekunden.

Für den jungen Karlsruher war es der insgesamt fünfte Titel bei dieser DJM; mit 68 Punkten wurde er zum Abschluss der Veranstaltung auch als punktbester Teilnehmer in der männlichen Jugend ausgezeichnet. „Ich habe viel Platz zu Hause und hänge auch jede einzelne Medaille auf und kann so jedes Mal, wenn ich daran vorbeikomme, Motivation sammeln“, sagte er. „Dass ich ein oder zwei gute Platzierungen mitnehme, hätte ich gedacht, ja. Aber dass es gleich fünf deutsche Meistertitel werden und eine Bronzemedaille, hätte ich nicht erwartet.“ Bereits am morgigen Sonntag geht es für Leverkus ins Trainingslager nach Zypern, wo er den Boden für die nächsten Erfolge bereiten will. „Es gibt immer was zu verbessern, und da schaut man dann auch im Trainingslager mal bei anderen Trainern, was die verbessern würden.“

Auch Kiran Winkler schwimmt zum fünften Gold

Mit Kiran Winkler (2004/SC Magdeburg) holte über die 800m Freistil noch ein weiterer Schwimmer seine insgesamt fünfte Goldmedaille in dieser Woche, er siegte in 8:14,46. „Ich bin sehr zufrieden. Ich komme ja gerade erst aus dem Höhentrainingslager und bin also voll aus dem Training raus geschwommen“, sagte er. Seit diesem Jahr ist Winkler in Magdeburg Teil der Trainingsgruppe von Bundestrainer Bernd Berkhahn und lernt dort bei jeder Einheit von den Stars wie Olympiasieger Florian Wellbrock dazu. „Im Verhalten, der Renntaktik, Schwimmtechnik, da kann man sich einiges abschauen, aber auch im mentalen Bereich“, so Winkler. Nachdem er Anfang des Jahres ein wenig Probleme hatte, die Doppelbelastung aus Schule und Sport unter einen Hut zu bekommen, haben die Wettbewerbe in Berlin gezeigt, dass er sich dabei auf dem richtigen Weg befindet. „Ich bin wieder da“, meinte er. Diego Alfons Heinze (2007/SC Wiesbaden 1911) in 8:34,89 und Arne Schubert (2006/SC Magdeburg) in 8:29,41 fuhren über die 800m-Strecke jeweils ihren vierten Titel ein.

Nele Schulze genießt den „Vibe“ in der Berliner SSE

In der weiblichen Jugend gab es am Abschlusstag ebenfalls zwei Athletinnen, die das goldene Fünferpack vervollständigten, jeweils mit Erfolgen über 50m Schmetterling. Lisa-Marie Finger (SG Neukölln Berlin) triumphierte im Jahrgang 2005 in 27,14 Sekunden – sie wurde später zudem als punktbeste Schwimmerin des Events (87 Punkte) ausgezeichnet.

Nele Schulze (2004/TSB Flensburg) war bei den ein Jahr älteren Mädchen in 27,40 die Schnellste. „Ich hätte auf keinen Fall gedacht, dass ich hier so erfolgreich rausgehe. Vor allem die 50m Freistil und die 50m Schmetterling waren für mich eine sehr große Überraschung, aber ich bin auf jeden Fall sehr glücklich“, freue sie sich. Nachdem sie Anfang des Monats bereits beim Weltcup in Berlin eine Medaille geholt hatte, entwickelt sich die Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark (SSE) immer mehr zu ihrer Lieblings-Location: „Die Halle hat wirklich einen mega Vibe“, meinte Schulze, für die es nun direkt weiter zur Kurzbahn-EM nach Kazan (RUS) geht. „Ich habe mir nur Spaß haben und Erfahrungen sammeln vorgenommen. Die EM ist meine erste Meisterschaft in der offenen Klasse international, also will wirklich einfach nur Spaß haben.“

Ihre vierte Goldmedaille dieser DJM holte im Jahrgang 2008 Yara-Fay Riefstahl (SV Cannstatt) in 28,50, die nach Erfolgen über die 100m und 200m damit das Schmetterlings-Triple perfekt machte. Auch für Fee Lukosch (2007/SG Ruhr) war ihr Sieg in 28,24 bereits der dritte in diesem Schwimmstil. „Was soll ich sagen, ich bin mega glücklich. Dreimal geschwommen, drei Titel – ich bin mega zufrieden.“

Ein solcher Schmetterlings-Hattrick gelang bei den Jungen auch Franz Ahnert (2006/Erfurter SSC), der in 25,38 zum Meistertitel schwamm. Ihre insgesamt dritte Goldmedaille dieser Veranstaltung sicherten sich über 50m Schmetterling außerdem Limaris Dix (2007/SV Halle Saale) in einer Zeit von 25,87, Martins Zabothens (2005/PSV Cottbus 90) in 24,59 sowie Oskar Dementiev (2004/Berliner TSC) in 24,51. Felix Brandner (2008/SG Mittelfranken) holte im jüngsten Jahrgang in 26,83 derweil sogar schon seine vierte Goldplakette.

Fiona Anabel Kuphal im Endspurt die Stärkste

Viermal ganz oben auf dem Treppchen stand in diesen Tagen auch Fiona Anabel Kuphal (2008/SC Wiesbaden 1911), die am Samstag über 400m Lagen in 5:05,77 Minuten erneut nicht zu bezwingen war. Nach der Bruststrecke lagen sie und Ewa Zur Brügge (SV Halle Saale/5:09,27) noch nahezu gleichauf, doch auf der abschließenden Freistil-Lage zog Kuphal davon und hatte am Ende rund 3,5 Sekunden Vorsprung. Noch deutlicher fiel der Sieg von Saskia Blasius (2005/TSV Neustadt 1906) aus, die nach 4:55,60 und damit fast sechs Sekunden vor ihren Konkurrentinnen anschlug – auch für sie war es das vierte DJM-Gold. Richtig schnell waren die 2007er-Mädchen unterwegs: Sowohl Siegerin Noelle Benkler (SC Regensburg/4:56,27) als die Zweitplatzierte Leni von Bonin (Dresdner SC/4:59,05) blieben unter fünf Minuten. Schnellste Lagenschwimmerin war jedoch Lara Seifert (2004/SC Chemnitz), die in 4:48,77 Kellie Messel (SV Nikar Heidelberg/4:50,26) in die Schranken weisen konnte, die am Ende zwar noch einmal stark auf-, aber nicht mehr vorbeikam.

Goldene Dreierpacks auf den Rückenstrecken

Auf der Rückenlage gelang gleich mehreren Sportler*innen der „Sweep“, indem sie sich nach Siegen zuvor über die 100m und 200m nun auch über die 50m-Distanz durchsetzten. Mit Lina Kröger (2004/SG WAGO 1950) in 29,51 Sekunden, Lise Seidel (2006/SC Chemnitz) in 29,46 und Ewa Zur Brügge (2008/SV Halle Saale) in 30,51 schafften das gleich drei Mädchen. Klara Sophie Beierling (2007/SG Berliner Wasserratten) schwamm in 29,69 zum vierten Titel, nachdem sie auch zweimal auf den Freistilstrecken gewonnen hatte (dafür aber nicht über 200m Rücken). „Ich hätte selbst gar nicht erwartet, dass ich noch eine Goldmedaille gewinnen kann. Ich bin einfach froh, dass sich das harte Training gelohnt hat“, sagte sie. Bei den Jungs machte es ihr David Cicero (2008/SC Regensburg) in 29,01 mit seinem ebenfalls vierten Titel gleich, Cornelius Jahn (2003/Ahrensburger TSV) komplettierte nach 26,10 sein Triple über die Rückenstrecken.

Erstmals über Gold jubeln durfte Vincent Passek (2006/Berliner TSC), der mit pfeilschnellen 26,16 nur eine Zehntel über seinem eigenen Jahrgangsrekord blieb. 2019 hatte er noch alle drei Rückenstrecken gewonnen, diesmal war er als Schnellster über die 100m disqualifiziert worden und über 200m in einem hochspannenden Finale „nur“ Dritter geworden. „Ich bin wirklich sehr erleichtert, dass es jetzt zum ersten Platz gereicht hat. Leider war es kein Altersklassenrekord, aber ich bin zufrieden mit der Zeit“, freute er sich über den gelungenen Abschluss.

Julia Ackermann dominiert mit 22 Sekunden Vorsprung

Ein solcher gelang über 1500m Freistil abschließend auch Leonie Märtens (2004/SC Magdeburg), die in 16:56,42 unangefochten zum vierten Titel kraulte. Auch ihre Teamkollegin Celine Petruschke (2005/17:24,14) schnappte sich Gold, noch schneller als sie war allerdings die ein Jahr jüngere Julia Ackermann (SC Chemnitz/17:07,19) unterwegs, die in ihrer Altersklasse satte 22 Sekunden Vorsprung auf die Zweitplatzierte aufwies. Gleich zwei Jahrgangstitel gingen außerdem nach Erlangen an Laura Marie Blumenthal Haz (2008/18:00,32) sowie Julia Barth (2006/17:11,30). Letztere war zuvor auch schon über 400m und 800m Freistil erfolgreich. „Mein Motto ist ein bisschen, umso länger, desto besser werde ich“, meinte Barth, die im Sommer ja auch EM-Gold im Freiwasser bei den Juniorinnen geholt hatte.

SC Magdeburg gewinnt DJM Team Challenge

In der erstmals ausgetragenen Mannschaftswertung siegte ebenfalls der SC Magdeburg, und das mit deutlichem Vorsprung. Der Verein aus Sachsen-Anhalt setzte sich in der „DJM Team Challenge powered by Aquafeel“ mit 739 Punkten durch und darf sich nun über eine Prämie in Höhe von 1.500 Euro vom DSV-Pool-Partner Aquafeel freuen, zur Hälfte in bar und zur Hälfte in Form von Aquafeel-Warengutscheinen. Insgesamt wurden an die fünf punktbesten Vereine – hinter Magdeburg waren das die SG Essen (369), der Potsdamer SV (357), der SC Chemnitz (334) und der SV Nikar Heidelberg (333) – sogar 5.900 Euro ausgeschüttet. Für die Mannschaftswertung hatte jede*r Finalteilnehmer*in automatisch Punkte für seinen Verein gesammelt, die dann addiert wurden.

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