Brustschwimmer glänzen zum DJM-Auftakt mit Altersklassenrekorden

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Lange musste der DSV-Nachwuchs auf seine Deutschen Jahrgangsmeisterschaften (DJM) warten, gleich mehrfach musste die Veranstaltung wegen der Coronavirus-Pandemie verschoben werden. Am Dienstag war es nun endlich soweit, und Deutschlands Schwimmtalente bewiesen gleich am ersten Tag, dass sie in dieser Zeit nichts verlernt haben.

Allen voran Hugo Engelien (SC Magdeburg/2008), der über 50m Brust direkt im Vorlauf einen neuen Altersklassenrekord aufstellte – 30,39 Sekunden. Im Finale ließ der 13-Jährige noch einmal eine Zeit von 30,51 folgen und schwamm damit ungefährdet zum Sieg. „Mein erster Titel bei der DJM, das fühlt sich superschön an. Ich bin wirklich glücklich“, sagte er und verriet auch gleich noch sein Erfolgsrezept: „Wir haben angefangen, mehr Brust zu machen, weil die Lagen meistens auf der Bruststrecke entschieden wurden die letzten Male.“ Sein großes Vorbild ist Großbritanniens Brustschwimm-Ass Adam Peaty, doch als Magdeburger hält er es natürlich auch mit Olympiasieger Florian Wellbrock. „Er ist natürlich eine Sensation für sich. Was er geleistet hat, ist schon Wahnsinn“, meinte Engelien.

Überhaupt waren die männlichen Brustschwimmer flott unterwegs, denn kurz darauf ließ Michael Raje (SSG Saar Max Ritter/2006) in 29,02 einen weiteren Altersklassenrekord folgen. Noch im Becken ließ er anschließend die Muskeln spielen und jubelte ausgiebig über die erfolgreiche Titelverteidigung. Im 2005er Jahrgang gewann Finn Wendland (SG RethenSarstedt) in 29,62, der zuvor bereits über die 400m Lagen (4:32,95 Minuten) triumphiert hatte. „Ich bin total zufrieden. Ich hätte nicht gedacht, dass ich beides gewinne. Ich habe mir natürlich Hoffnung gemacht, aber es ist jetzt einfach echt schön, dass ich jetzt beides gewonnen habe“, sagte er. „Zwischen den Wettkämpfen hatte ich erstmal ganz unerwartet noch eine Dopingkontrolle, dann bin ich mich ausschwimmen gegangen und hab mich hingesetzt, alles ein bisschen locker gemacht und ja, dann war ich auch schon wieder bereit.“

Doppelsieg für Nele Schulze

Außer ihm war auch Nele Schulze (TSB Flensburg/2004) am ersten Wettkampftag doppelt erfolgreich. Erst gewann die 17-Jährige über 50m Freistil in 25,93 Sekunden, danach dann auch noch auf ihrer Paradestrecke 50m Brust in 32,24. „Der Titel über die 50m Freistil hat mich überrascht, damit habe ich gar nicht gerechnet“, sagte sie. Erst seit sechs Monaten trainiert Schulze in Hamburg am Bundesstützpunkt, nachdem sie zuvor zehn Jahre in Dänemark geschwommen war, wo ihre Eltern wohnen – seitdem wird sie immer schneller. „Der Wechsel und das Training waren für mich ein sehr großes Upgrade“, erklärte sie. Kommende Woche geht sie dann sogar bei der Kurzbahn-EM der Erwachsenen in Kazan (RUS) an den Start, doch deshalb auf die DJM zu verzichten, kam für sie nicht in Frage. „Ich könnte gefühlt jedes Wochenende Wettkampf schwimmen“, sagte sie, „ich finde das einfach richtig cool.“

Leonie Märtens wird ihrer Favoritenrolle gerecht

Beinahe hätte sich auch Finn-Constantin Kleinheinz (SC Magdeburg/2007) in die Liste der Doppelsieger*innen eingereiht. In einem packenden Rennen entschied er die 400m Lagen in 4:43,85 Minuten für sich. Über 1500m Freistil musste er sich jedoch in 16:34,66 hauchdünn Diego Alfons Heinze (SC Wiesbaden 1911) geschlagen geben, der sich in 16:34,32 die Goldmedaille sicherte. Mit Arne Schubert (2006/16:02,01) und Linus Schwedler (2005/15:44,87) konnten dafür zwei andere Magdeburger über die längste Distanz dieser Meisterschaften den Titel davontragen. Mit Kiran Winkler (2004/4:27,63) siegte zudem noch ein weiterer SCM-Schwimmer über 400m Lagen.

Auch im weiblichen Bereich kamen die Siegerinnen auf den langen Strecken des Öfteren von der Elbe. Beste über 800m Freistil im Jahrgang 2005 war Celine Petruschke (SC Magdeburg) in 9:05,96 Minuten beim Jahrgang 2004 war anschließend Leonie Märtens (SC Magdeburg) in 8:41,10 nicht zu schlagen. Sie hatte in diesem Jahr auch schon bei den Deutschen Meisterschaften der Erwachsenen zwei Titel abgeräumt, allerdings nicht auf dieser Strecke, sondern über 400m und 1500m Freistil. Kam der Sieg damals durchaus überraschend, war sie diesmal die klare Favoritin und wurde dieser Rolle von Anfang an gerecht. Und noch etwas war anders als im Juni: Anders als damals waren diesmal Zuschauer*innen in der Berliner Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark (SSE) zugelassen, die die Aktiven lautstark unterstützten. „Es hat sich wieder gut angefühlt, mit Publikum zu schwimmen und ich denke, es hat sich auch positiv auf meine Leistung ausgewirkt“, meinte Märtens stellvertretend für alle Teilnehmer*innen.

Ein Rennen, zwei Gewinner über 50m Freistil

Bei den jüngeren Jahrgängen waren über 800m gleich zweimal Schwimmerinnen aus Erlangen erfolgreich – Laura Marie Blumenthal Haz (2008/9:19,80) und Julia Barth (2006/8:54,81). Über 50m Freistil wiederum durften die Dortmunderinnen in Person von Celina Springer (2006/26,29 Sekunden) und Nina Sandrine Jazy (2005/25,75) doppelt feiern. Geteilte Freude gab es über diese Strecke auch in der männlichen Jugend im Jahrgang 2005, wo Titelverteidiger Martins Zabothens (PSV Cottbus 90) und Aaron Leupold (Potsdamer SV) in 23,77 exakt mit der gleichen Zeit anschlugen und dafür beide mit der Goldmedaille belohnt wurden.

Für eine Überraschung sorgte über 50m Brust Valerie Höfl (2008/SC Delphin Ingolstadt). Nach den Vorläufen lag die 13-Jährige lediglich auf Rang vier, doch im Finale zündete sie den Turbo und ließ in 34,32 die gesammelte Konkurrenz hinter sich. Ihre Vereinskollegin Klara Werner (34,78), in den Vorläufen noch die Schnellste, nahm dagegen den umgekehrten Weg und musste sich hier am Ende mit Platz sechs begnügen.

Magdeburg führt in der DJM Team Challenge

Erstmals gibt es in diesem Jahr bei den Jahrgangsmeisterschaften auch eine Mannschaftswertung: die „DJM Team Challenge powered by Aquafeel“. Jede*r Finalteilnehmer*in sammelt dafür automatisch Punkte für seinen Verein; am Ende erhalten die fünf Vereine mit der höchsten Punktzahl Prämien im Gesamtwert von 5.900 Euro vom neuen DSV-Pool-Partner Aquafeel.

Nach dem ersten Tag liegt in dieser Wertung der SC Magdeburg mit 192 Punkten in Führung, gefolgt von der SG Essen mit 108 und dem Potsdamer SV mit 74 Zählern. Auf den weiteren Plätzen sortieren sich dahinter momentan die SSG Saar Max Ritter (67) und der SV Nikar Heidelberg (63) ein, doch in den kommenden Tagen kann sich daran natürlich noch einiges ändern.

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