Doppelsieg für Blasius-Zwillinge, Rekord für Emilian Hollank

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Schwimmen ist zwar ein Sport für die ganze Familie, Zwillingsschwestern nebeneinander in einem Finale sieht man aber trotzdem nur selten. Am Donnerstag gab es dieses besondere Familienduell bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften in Berlin aber gleich zweimal hintereinander. Dabei eroberte die 17-Jährige Saskia Blasius über 400m Lagen in 4:57,80 Minuten bereits ihr drittes DJM-Gold in diesem Jahr (nachdem sie 75 Minuten zuvor bereits über 100m Brust die Schnellste war), dahinter erkämpfte sich Zwillingsschwester Isabel Blasius (5:02,76/beide TSV Neustadt) die Silbermedaille. „Das war auf jeden Fall noch mal eine Motivation für die JEM“, sagte Saskia. Die Titelkämpfe in Rumänien (05. – 10. Juli) wird sie dann allerdings ohne ihre Schwester bestreiten.

Edelmetall gab es auch für Familie Barth. Bei den 16-Jährigen schwamm Anna Barth (TB 1888 Erlangen/4:59,36) hinter Sophie Lenze (SV Nikar Heidelberg/4:55,38) und Marian Plöger (VfL Sindelfingen/4:55,40) nämlich zu Bronze. Ihre Schwester Julia Barth, auf den langen Freistilstrecken bereits einmal erfolgreich und auch für die JEM qualifiziert, landete immerhin auf Rang fünf (5:02,80). Zuvor hatte ihre Erlangener Vereinskameradin Alina Baievych in 5:01,01 Minuten bereits ihren vierten Titel im Jahrgang 2009 gewonnen.

 Eine interessante Familienangelegenheit wurden die 400m Lagen auch bei den Jungs. Im Jahrgang 2005 setzte sich nämlich Silas Büssing (SG Neuss) in 4:29,38 Minuten mit knappem Vorsprung gegen Luca Schöttge (SC Magdeburg) durch. Büssings zwei Jahre älterer Bruder Cedric Büssing hatte auf dieser Strecke auch schon den DJM-Titel gewinnen können und war 2021 dann sogar Junioren-Europameister geworden. „Es war sehr anstrengend, aber ich bin sehr stolz“, sagte Silas Büssing anschließend. „Wir sind Brüder und wir mögen uns sehr doll und unterstützen uns gegenseitig. Wir helfen und auch mit Tipps und freuen uns füreinander. Es ist nicht so ein Konkurrenzkampf, sondern Bruderliebe.”

 Sogar noch etwas schneller als Büssing war Arne Schubert unterwegs. Der Magdeburger unterbot bei seinem Sieg im Jahrgang 2006 in 4:26,59 eine weitere JEM-Norm, obwohl er im Becken dort gemäß DSV-Strategie erst nächstes Jahr starten soll. In diesem Jahr steht für ihn zunächst die JEM im Freiwasser in Sétubal (POR/03. – 05. Juni) an, fraglos geht er dort nun in Topform an den Start. Zuvor hatte auf dieser Strecke das direkte Duell zweier Medaillenhamster des Jahrgangs 2008 im Fokus gestanden. David Cicero (SC Regensburg) holte sich dabei in 4:43,43 Minuten seinen dritten Titel in diesem Jahr, dem bislang ebenfalls dreifach erfolgreichen Leo Leverkus (SGR Karlsruhe/4:43,80) blieb wie über 200m Freistil zwei Stunden zuvor Silber.

Drei Brustschwimmer*innen unter der JEM-Norm

 Dass auch der dritte Wettkampftag nicht ohne Altersklassenrekord über die Bühne ging, dafür sorgte Emilian Hollank (TSV Riedlingen). Über 100m Brust blieb der 16-Jährige in 1:03,52 Minuten unter der 13 Jahre alten DSV-Bestmarke. „Ich bin letzten Sommer nach Heidelberg an den Bundesstützpunkt gewechselt und dadurch wurde ich immer besser. Da hat sich das einfach gut angefühlt“, jubelte Hollank.

Groß war die Freude aber auch bei Mathis Schönung (SG EWR Rheinhessen-Mainz) aus dem Jahrgang 2004. In 1:03,26 Minuten verteidigte er am Nachmittag seinen Titel aus dem Vorjahr, nachdem er am Vormittag in 1:02,90 bereits die JEM-Norm deutlich unterboten hatte und sich damit als erster Brustschwimmer für den internationalen Saisonhöhepunkt in Rumänien qualifiziert hatte. Dort könnte sich dann auszahlen, dass er bereits im vorigen Jahr JEM-Erfahrungen sammeln konnte. „Das Teambuilding bei der JEM war letztes Jahr einfach klasse. Das habe ich so vorher in der Form noch nie erlebt. Da freue ich mich auch wieder drauf“, sagte Schönung.

In der weiblichen Jugend konnten drei Schwimmerinnen, die am Dienstag bereits über die 50m Brust gewonnen hatten, ihren Triumph auch auf der doppelten Distanz wiederholen. Hannah Schneider (Hofheimer SC) im Jahrgang 2008, Jette Koch (SC Magdeburg) im Jahrgang 2007 sowie Saskia Blasius (TSV Neustadt 1906) im ältesten Jahrgang 2005 sind nach ihren jeweils zweiten Siegen auf dieser Lage allesamt auf einem guten Weg zum “Sweep” auf den Bruststrecken, der Blasius auch schon im vergangenen Jahr gelungen war. Damals hatte auch Laura Feldvoss (SC Magdeburg) alle drei Brustrennen gewonnen, die in diesem Jahr auf der 50m-Strecke allerdings Aaliyah Schiffel (SSG Leipzig) den Vortritt lassen musste. Über 100m drehte die Magdeburgerin am Donnerstag nun aber den Spieß um und siegte in 1:10,17. DIe Magdeburgerin blieb damit genauso unter JEM-Norm wie Jette Koch, die im Jahrgang 2007 mit ihrer Siegerzeit von 1:09,97 Minuten allerdings sogar etwas schneller war. Wer nach Rumänien fährt, wird von den Verantwortlichen erst noch entschieden. Aber letztlich ist es immer ein gutes Zeichen, wenn Bundestrainer*innen die Qual der Wahl haben. „Ich bin extrem glücklich. Ich habe mit meiner Trainerin Catalina Arasa Postles explizit an meiner Wasserlage gearbeitet und auch an der Technik, das hat mir extrem geholfen“, sagte Koch. Und sie weiß auch genau, wohin sie im Sport einmal will: „Auf den Bruststrecken ist Anna Elendt ein ziemlich großes Vorbild für mich.“

Dritte JEM-Einzelnorm für Maya Werner

Für den ersten Höhepunkt des dritten Wettkampftages hatte Maya Werner (SV Nikar Heidelberg) gesorgt. Über 200m Freistil holte sich die 17-Jährige in 2:01,47 Minuten überraschend den Sieg und erfüllte dabei sogar die JEM-Norm in einer dritten Einzeldisziplin. Die bereits zuvor für die JEM qualifizierte Titelverteidigerin Lisa-Marie Finger (SG Neukölln) kam diesmal nur auf Rang drei. „Ich habe mich unglaublich gefreut. Vor allem, weil ich jetzt so einen guten Leistungssprung gemacht habe“, sagte Werner danach. „Die JEM wird eine neue Erfahrung. Ich glaube, ich werde dort so viele Sachen dazulernen, was mich so viel weiterbringen wird. Ich möchte mir gar nicht so große Ziele setzen, ich gehe dorthin und mache das Beste draus.“

 Larus Thiel (SG Bayer) baute bei den Jungs seine Goldserie aus und holte sich über 200m Freistil in 2:00,76 Minuten seinen vierten Titel im Jahrgang 2009. Gleiches gelang auch dem drei Jahre älteren Kaii Liam Winkler (Eagle Aquatics), der sich bei den 16-Jährigen in 1:50,79 durchsetzte. Und im Jahrgang 2005 holte sich Jarno Bäschnitt (SG Ruhr) nicht nur seinen dritten Sieg in Berlin, sondern unterbot als Tagesschnellster in 1:50,77 auch noch die JEM-Norm. Der bereits für die DSV-Staffel qualifizierte Philipp Peschke (SG Essen/1:51,00) blieb hier ebenfalls als Zweiter eine Zehntel unter der JEM-Norm und sicherte sich somit den Einzelstart in Rumänien. „Anfang des Jahres war die Staffel das größte Ziel. Ich hätte niemals damit gerechnet, dass ich jetzt auch noch den Einzelstart schaffe. Ich bin überrascht und glücklich zugleich“, sagte Bäschnitt.

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Magdeburg verteidigt die Führung in der „Team Challenge powered by aquafeel“

 Auch nach dem dritten Wettkampftag dieser Deutschen Jahrgangsmeisterschaften führt in der „Team Challenge powered by aquafeel“ der SC Magdeburg. Mit 279 Punkten liegen die Elbestädter weiterhin auf Platz der Mannschaftswertung, dahinter hat sich die SG Essen mit 256 Punkten auf Platz zwei vorgeschoben, Dritter ist jetzt SSG Leipzig (204). Als Vierter folgt die SSG Saar Max Ritter (166), Fünfter ist der SC Chemnitz von 1892 (157). Mit Unterstützung von aquafeel als Pool-Partner des DSV werden die erfolgreichsten Teams der DJM auch diesmal wieder mit Prämien im Gesamtwert von 5.900 Euro belohnt. 

 Ebenfalls geehrt werden am Ende der Veranstaltung die punktbesten Leistungen in beiden Geschlechtern nach der FINA-Punktetabelle. Nach dem dritten Tag liegt dort in der weiblichen Jugend momentan Maya Werner (SV Nikar Heidelberg) in Führung, deren heutige Zeit von 2:01,47 über 200m Freistil 804 Punkte wert ist, gefolgt von Julia Barth (TB 1888 Erlangen/400m Freistil in 4:15,60 für 791 Punkte) und Lisa-Marie Finger (SG Neukölln/100m Freistil in 56,05 Sekunden für 785 Punkte). In der männlichen Jugend führt aktuell Kaii Liam Winkler (Eagle Aquatics) – seine Siegerzeit von 49,92 über 100m Freistil bedeuten 829 Punkte für ihn. Auf Platz zwei mit nur einem Punkt weniger folgt derzeit Arne Schubert (SC Magdeburg/1500m Freistil in 15:27,29 für 828 Punkte), Dritter ist Eric Mühlenbeck (Bitterfelder SV/1500m Freistil in 15:32,21 für 815 Punkte.

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