Vierter Streich für Kiran Winkler, Hugo Engelien schwimmt schon wieder Rekord

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Kiran Winkler schwimmt bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften (DJM) Schwimmen 2021 weiter in seiner eigenen Liga. Am dritten Wettkampftag sicherte sich der 17-Jährige in der Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark (SSE) in Berlin bereits seinen vierten Titel, diesmal über 400m Freistil. Nach 3:56,70 Minuten schlug der Magdeburger mit über fünf Sekunden Vorsprung als Erster an und blieb als Einziger unter der Vier-Minuten-Marke.

Überhaupt waren die 400m Freistil ein Fall für Wiederholungstäter. Gleich drei Schwimmer sicherten sich am Mittwoch ebenfalls schon ihre dritte Goldmedaille. Leo Leverkus (2008/SGR Karlsruhe) siegte im jüngsten Jahrgang in 4:14,45, Diego Alfons Heinze (SC Wiesbaden 1911) bei der 2007ern in 4:09,69 und Arne Schubert (SC Magdeburg) behielt im Jahrgang 2006 in 4:02,52 die Oberhand. „Es ist schon das Ziel, möglichst viele Strecken zu gewinnen, aber Kraul ist auch meine Hauptlage. Dass es so gut läuft, hätte ich aber nicht erwartet, denn die Konkurrenz ist sehr stark hier“, meinte Leverkus. „Ich hoffe, dass 2021 das perfekte Jahr für mich wird.“

Der deutlichste Sieger auf der Freistilstrecke war jedoch Silas Beth (2003/SG Bad Schwartau), der nach 3:49,79 anschlug und damit fast zehn Sekunden vor dem Rest des Feldes lag. Auch zum Altersklassenrekord (3:48,57) fehlten ihm nur 1,2 Sekunden. „Das war um drei Sekunden Bestzeit. Die bisherige Bestzeit bin ich vor drei Jahren geschwommen, deswegen bin ich sehr fröhlich.“

In der weiblichen Jugend schwamm Leonie Märtens (2004/SC Magdeburg) in 4:14,93 ungefährdet zu ihrem dritten DJM-Titel. Zum jeweils zweiten Mal waren Fiona Anabel Kuphal (2008/SC Wiesbaden 1911) in 4:28,01, Julia Ackermann (2007/SC Chemnitz) in 4:22,21 sowie Julia Barth (2006/TB 1888 Erlangen) in 4:21,70 erfolgreich, wobei die Freiwasser-Europameisterin aus Erlangen erst auf der letzten Bahn den Sieg perfekt machte. Bis 350 Meter lag nämlich noch Sophie Lenze (SV Nikar Heidelberg) gleichauf, die auf Bahn zwei ihr Heil in der Flucht gesucht hatte und am Ende für ihren couragierten Auftritt mit Bronze belohnt wurde (4:23,30).

Mit gebrochenem Fuß aufs Treppchen

Für einen weiteren Höhepunkt sorgte über 100m Brust erneut Hugo Engelien (2008/SC Magdeburg). Der 13-Jährige hatte schon am Dienstag über 50m Brust für einen ersten Altersklassenrekord gesorgt und erzielte nun auch über die doppelt so lange Distanz eine neue nationale Bestmarke. Schon im Vorlauf war er 1:07,19 Minuten geschwommen, im Finale ließ er noch einmal 1:07,24 folgen – auch damit lag er noch deutlich unter seinem bisherigen Rekord aus dem Juni (1:07,75). „Es macht super viel Spaß, hier so oft zu gewinnen“, sagte er. „Wir haben wirklich viel Brust gemacht und die Zeit ist immer besser geworden. Zurzeit ist es richtig gut und dann läuft es auch. Mein Limit ist noch nicht ausgeschöpft. Ich hoffe, dass da noch viel kommen wird und am besten so weitergeht.“

Auch Michael Raje (2006/SSG Saar Max Ritter) war in 1:05,52 wieder pfeilschnell unterwegs und verfehlte den Jahrgangsrekord in seiner Altersklasse lediglich um sechs Zehntel. Für ihn war ebenfalls schon der zweite Erfolg bei diesen Titelkämpfen – bei seinem Sieg über 50m hatte er dabei vor zwei Tagen sogar den Rekord geknackt. „Über die 100 wollte ich mich einfach nochmal steigern und alles geben und der Rekord war eher Nebensache“, meinte er und erklärte ebenfalls: „Das Ende meiner Leistungsentwicklung ist definitiv noch nicht erreicht.“

Deutscher Jahrgangsmeister über der 100m-Bruststrecke wurden außerdem Subäjr Biltaev (2007/SV Cannstatt) in 1:06,31, Manuel Kohlschmid (2003/SV Wacker Burghausen) in 1:02,05 und mit rund drei Sekunden Vorsprung – beide hatte auch schon die 50m Brust für sich entschieden – sowie Lucas Brendel (2005/SC Chemnitz) der sich 1:04,66 ganz knapp vor DJM-Dreifachsieger Finn Wendland (SG RethenSarstedt/1:04,88) durchsetzen konnte.

Bei den Mädchen holten über 100m Brust Laura Feldvoss (2006/SC Magdeburg) in 1:10,45 und Nele Schulze (2004/TSB Flensburg) in 1:09,23 ihren zweiten bzw. sogar schon dritten Titel in Berlin. Ein packendes Rennen bekam das Publikum bei den 2008er-Mädchen geboten: Linda Roth (SV Cannstatt) siegte dort in 1:14,17 knapp vor der Vorlaufschnellsten Charlotte Maria Klemm (SV Halle Saale/1:14,28), dahinter kämpfte sich Hannah Schneider (Hofheimer SC/1:14,75) trotz eines gebrochenen Fußes aufs Treppchen. Sie gab an diesem Tag aber nicht nur im Wettkampf alles, sondern auch abseits des Beckens. Bei einem Pressetraining der DSV-Kommunikationsagentur Rough Water& lernten sie und andere junge Talente, wie sie sich in Interviews vor der Kamera bestmöglich präsentieren.

Endlich Gold – Erleichterung bei Lara Seifert

Bei Lara Seifert (2004/SC Chemnitz) ist der Knoten derweil endlich geplatzt. Vier DJM-Titel hatte sie 2019 gewonnen, dieses Mal musste sie sich an den ersten Tagen bislang mehrfach mit Silber begnügen. Über 100m Schmetterling reichte es nun endlich zum Sieg in 1:01,10 Minuten. „Ich bin mit dem Ziel hierhin gekommen zu gewinnen, und dass es jetzt wirklich Gold geworden ist, macht mich sehr glücklich“, sagte sie. Dabei schob sie sich erst auf den letzten 20 Metern noch an Iris Julia Berger (SV Rhenania Köln 1919/1:01,62) vorbei. „Ich wusste, dass ich die ersten 50 nicht die Schnellste bin, dafür aber Ausdauer habe. Die letzten Meter waren dann purer Wille, da habe ich einfach nochmal alles gegeben und es hat dann letztendlich gereicht.“

Mit Yara-Fay Riefstahl (2008) stellte der SC Chemnitz sogar noch eine weitere Siegerin über die Schmetterlingsstrecke, sie gewann in 1:02,59. Im 2005er-Jahrgang dominierte Lisa-Marie Finger (SG Neukölln Berlin) mit einer Zeit von 59,67 Sekunden und fast zweieinhalb Sekunden Vorsprung. Sie als Einzige unter einer Minute sicherte sich souverän ihr drittes Gold bei dieser DJM. Bei den Jungs schnappten sich über 100m Schmetterling Felix Brandner (2008/SG Mittelfranken) in 1:00,74 und Martins Zabothens (2005/PSV Cottbus 90) in 55,97 Sekunden jeweils auch schon ihren zweiten Titel.

Dritter Titel für Sascha Macht

Über 200m Rücken lagen ebenfalls gleich dreimal die Schwimmerinnen vorne, die auch schon über die halb so lange Strecke Platz eins belegt hatten: Ewa Zur Brügge (2008/SV Halle Saale) in 2:22,25, Lina Kröger (2004/SG WAGO 1950) in 2:17,51 und Lise Seidel (2006/SC Chemnitz) in 2:15,76, die schon an der ersten Wende knapp eine Sekunde Abstand hatte und am Ende mit rund fünf Sekunden Vorsprung anschlug. Spannend bis zum Anschlag war es dagegen bei den Jungen des Jahrgangs 2006: Sascha Macht (SSG Leipzig) sicherte sich in 2:07,24 seinen dritten Titel dieser Veranstaltung, Finn Hammer (SG Dortmund) folgte nur einen Wimpernschlag dahinter nach 2:07,44.

Deutlich ging es dagegen bei den 2003ern aus. Cornelius Jahn (Ahrensburger TSV) hatte in 2:01,87 über drei Sekunden Vorsprung, zwei Sekunden fehlten am Ende zum Altersklassenrekord von Olympiastarter Lukas Märtens (SC Magdeburg/1:59,92). „Ich bin im Vorlauf locker geschwommen, damit ich jetzt nochmal alles geben konnte und bin sehr glücklich. So schnell zu schwimmen war auf jeden Fall das Ziel. Ich wäre auch gern den Altersklassenrekord geschwommen, aber das ist noch ein bisschen zu schnell. Meine Bestzeit war vorher 2:01,99 und die konnte ich jetzt nochmal verbessern“, sagte er.

Magdeburg dominiert die Team Challenge, doch dahinter bleibt es spannend

In der „DJM Team Challenge powered by Aquafeel“ dominiert auch nach Abschluss des dritten Wettkampftages weiterhin der SC Magdeburg. Die Elbestädter*innen haben mittlerweile schon 465 Punkte auf ihrem Konto, doch dahinter geht es ganz eng zu. Der Potsdamer SV (238), die SG Essen (234) sowie der SV Nikar Heidelberg (222) und der SC Chemnitz (215) liegen allesamt noch nah beieinander.

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